Im Projekt „Aegis“ mit Künstlicher Intelligenz gegen Cyberangriffe
Das Kabinett der Niedersächsischen Landesregierung hat sich auf seiner Jahresauftaktklausur am 19. und 20. Januar 2026 auch mit der Abwehr von Cyberbedrohungen befasst. Als Fachreferent zu dem Thema IT-Sicherheit war Till Beilstein (IT.Niedersachsen) vor Ort und stellte das Projekt Aegis vor. Bei Aegis handelt es sich um einen maßgeblich von IT.Niedersachsen entwickelten Schutzschirm gegen Cyberangriffe, von dem neben der unmittelbaren Landesverwaltung perspektivisch auch die niedersächsischen Kommunen und Hochschulen profitieren werden. Bei einer Pressekonferenz am 21. Januar informierte das Niedersächsische Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung (MI) auch die Öffentlichkeit über Aegis. Neben der Niedersächsischen Innenministerin Daniela Behrens und Till Beilstein standen den Journalisten Peter Röhrl (MI) und Frank Knischewski (HannIT) für Fragen zur Verfügung.
Um die Relevanz der Cyberabwehr zu verdeutlichen, nennt das MI in einer Pressemitteilung konkrete Zahlen. Demnach hat alleine das Security Operations Center (SOC) in den letzten 670 Tagen insgesamt 1882 ernstzunehmende Sicherheitsvorfälle registriert und abgewehrt. Das sind etwa drei pro Tag bei deutlich steigender Tendenz. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verzeichnet rund 300.000 neue Schadprogramm-Varianten pro Tag.
Mit dem Projekt Aegis wurden bei IT.Niedersachsen die Positionierungen im Bereich der Cybersicherheit weiterentwickelt und in den vier Bereichen Detektion, Reaktion, Schwachstellenmanagement und Stärkung des Sicherheitsverbundes neu geordnet. Wichtigste technische Komponente des Schutzschildes Aegis ist ein neu beschafftes System für erweitertes Sicherheitsinformations- und Automatisierungsmanagement (XSIAM) der Firma Palo Alto Networks. Es handelt sich dabei um einen KI-basierten Informationsabgleich mit hochautomatisierter Fallbehandlung. Diese reduzieren die Zeit für eine Angriffserkennung erheblich. Menschliche Analysten können so auf einer fundierten Untersuchung und Analyse der Situation aufsetzen und werden nicht durch langwierige Vorbereitungsarbeiten ausgebremst, die durch KI automatisierbar sind. XSIAM unterstützt zudem das niedersächsische Computernotfall-Team N-CERT (Niedersachsen Computer Emergency Response Team), ein ganzheitliches Lagebild für Niedersachen zu erstellen. Aus dem Lagebild können dann wiederum gezielte Schlussfolgerungen gezogen werden für eine noch bessere Aufstellung des Schutzschildes und der sonstigen IT-Sicherheitssysteme.
Das Projekt Aegis schafft eine Sicherheitsinfrastruktur, die auch durch Bereiche jenseits der unmittelbaren Landesverwaltung genutzt werden kann. So werden die kommunalen IT-Dienstleister sowie die Niedersächsischen Hochschulen sukzessive in den Schutzschild einbezogen. Durch diese Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch der einzelnen Sicherheitsbereiche wird der Kompetenzaufbau gefördert. Ministerin Behrens hat sich im Anschluss an die Pressekonferenz im Gespräch mit Till Beilstein ausdrücklich für die Initiative von IT.Niedersachsen bedankt und die Bedeutung des Projektes für das ganze Land, auch im Bundeskonzert hervorgehoben. Beide waren sich einig, dass ein solcher Erfolg nur mit einem motivierten, fachkundigen Team möglich ist.
Die ausführliche Pressemitteilung des Niedersächsische Ministeriums für Inneres, Sport und Digitalisierung (MI) vom 21. Januar 2026 finden Sie
hier.